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Erste Echtzeit-Analyse: So hat die 12-Uhr-Regel am ersten Tag gewirkt

Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Spritpreise nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöhen. benzin.jetzt hat 238 strategisch ausgewählte Tankstellen bundesweit im 5-Minuten-Takt überwacht und parallel über 3.200 Tankstellen in 61 Großstädten live ausgewertet. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Tages.

Um 12:00 Uhr erhöhten fast alle gleichzeitig

85,7 Prozent der überwachten Tankstellen erhöhten ihre Preise um Punkt 12 Uhr. Hochgerechnet auf alle rund 15.000 Tankstellen in Deutschland bedeutet das: Etwa 12.900 Stationen haben zur selben Minute die Preise angehoben. Die durchschnittliche Erhöhung lag bei 4,9 Cent pro Liter — sowohl bei Super E10 als auch bei Diesel. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das 2,45 Euro Mehrkosten gegenüber dem Vormittag.

Freie Tankstellen erhöhen stärker als Markentankstellen

Entgegen der verbreiteten Erwartung schlagen freie Tankstellen härter zu als die großen Marken. Freie Anbieter in der Stadt und auf dem Land erhöhten im Schnitt um 13,3 Cent pro Liter. Markentankstellen lagen mit 8,8 Cent deutlich darunter. Am moderatesten reagierten Autobahntankstellen mit durchschnittlich 5,6 Cent — allerdings starteten diese bereits auf einem deutlich höheren Preisniveau.

71 Prozent senkten strategisch vor 12 Uhr

169 der 238 überwachten Tankstellen senkten ihre Preise unmittelbar vor 12:00 Uhr — offenbar, um die anschließende Erhöhung optisch kleiner wirken zu lassen. Dieses Muster war über alle Kategorien hinweg zu beobachten und deutet auf eine koordinierte Strategie hin, die das Gesetz so nicht vorgesehen hat.

Spread von 68 Cent — wer nicht vergleicht, zahlt bis zu 34 Euro mehr

Die Live-Analyse von über 3.200 Tankstellen in 61 deutschen Großstädten zeigt: Der Preisunterschied zwischen günstigster und teuerster Tankstelle beträgt aktuell 68 Cent pro Liter bei Super E10 (günstigste: 1,949 €, teuerste: 2,629 €). Bei einer 50-Liter-Tankfüllung sind das 34,00 Euro Differenz. Noch extremer an der Autobahn: Dort liegt der Durchschnittspreis bei 2,591 € — fast 43 Cent über dem bundesweiten Schnitt von 2,162 €. Auch unter der neuen Regel bleibt Preisvergleich unverzichtbar.

Kaum Preissenkungen nach 12 Uhr

In der ersten Stunde nach der Erhöhung wurden 204 Preiserhöhungen registriert, aber nur 15 Senkungen — ein Verhältnis von 14 zu 1. Um 13 Uhr lag der Durchschnittspreis für E10 bei 2,176 Euro — nur 0,4 Cent unter dem 12-Uhr-Höchstwert von 2,180 Euro. Der erhoffte Wettbewerb nach unten setzte am ersten Tag nur zögerlich ein.

Günstigster Zeitpunkt: 10 Uhr morgens

Der niedrigste Durchschnittspreis wurde nicht um 11 Uhr gemessen, sondern bereits um 10 Uhr — mit 2,107 Euro für E10. Wer vormittags tankt, spart am meisten. Zwischen 10 Uhr und 12 Uhr beträgt die Differenz 7,3 Cent pro Liter oder 3,65 Euro pro Tankfüllung.

Die teuersten Marken

Das Live-Ranking von über 3.200 Tankstellen zeigt klare Preisunterschiede zwischen den Marken. Am teuersten tankt man bei Greenline (+20 ct über Marktschnitt), Ratio (+17 ct) und Hoyer (+15 ct). Die großen Ketten Shell (+14 ct) und Aral (+13 ct) liegen ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. Am günstigsten: Allguth mit einem Durchschnittspreis von 2,047 Euro. Das vollständige Ranking ist auf dem Tankstellen-Pranger einsehbar.

Methodik

benzin.jetzt kombiniert zwei Datenquellen: Ein Panel von 238 Tankstellen wird im 5-Minuten-Takt überwacht (über 12.000 Preisdatenpunkte am ersten Tag). Parallel werden über 3.200 Tankstellen in 61 Großstädten in Echtzeit ausgewertet. Alle Daten stammen von der offiziellen Schnittstelle der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt. Die Hochrechnung auf die Grundgesamtheit von rund 15.000 Tankstellen erfolgt proportional auf Basis der stratifizierten Stichprobe. Alle Auswertungen und Diagramme sind live einsehbar unter benzin.jetzt/livedaten.

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Quellenhinweis: Die Daten stammen von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt. Journalisten und Redaktionen können alle Daten unter Quellenangabe „benzin.jetzt" frei verwenden. Kontakt: oliver@benzin.jetzt